Pflege

Die Handhalterin

Kerstin Horstmeier arbeitet als ehrenamtliche Klinikseelsorgerin auf der Intensivstation.
Es dauerte viele Jahre, bis sie sich zu dieser Tätigkeit entschloss, von der auch sie profitiert.

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Christa Köberle wollte nicht mehr. Das sagt die 85-Jährige heute noch, ganz ruhig und klar: „Ich habe keine Angst vorm Sterben. Ich habe kein schlechtes Gewissen. Ich habe darum gebetet, dass ich gehen darf.“ Für das Personal auf der Intensivstation im Johannes Wesling Klinikum, wo Köberle vier Monate lang lag, war das freilich nicht ganz so einfach. Die sind darauf trainiert, Menschen am Leben zu erhalten, jeder Tod ist eine Niederlage. Und sie haben auch nicht die Zeit, sich bei Patienten ans Bett zu setzen und zu zusehen, wie jemand aufgibt.

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Ich bin angekommen

Hildegard Hidger hat in der Familie von Annika Lüttge in Friedewalde endlich ein zuhause gefunden, in dem sie sich rundum wohlfühlt

Pflege
Wenn Hildegard Heidger über ihr neues Zuhause erzählt, gerät sie ins Schwärmen. Und sie sagt, wie schön es hier in Friedewalde ist, wie wichtig ihr die Gastfamilie ist und dass sie sich zugehörig fühlt. Sie habe sogar gelernt, mit einem Fahrrad zu fahren und radelt zum Kaufhaus. Und sie erzählt vom Dorffest, auf dem sie zum ersten Mal getanzt hat. Öffentlich. Ohne Angst, dass sich einer über sie lustig macht. „Ich bin angekommen“, sagt die 58-Jährige, die früher im ambulanten betreuten Wohnen gelebt hat und seit Mai 2016 endlich in der Gastfamilie bei Annika Lüttge.

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Routinen für die kranke Seele

Die Zahl der Menschen mit seelischen Behinderungen steigt. Das merkt auch die Diakonie Stiftung Salem. Sie hat darum in der Vergangenheit ihr Angebot angepasst und für die Betroffenen spezielle Werkstätten eröffnet.

Pflege
Fast jeder dritte Mensch leidet im Laufe seines Lebens an einer psychischen Erkrankung, die behandlungsbedürftig ist, so das Bundesgesundheitsministerium. Dauert die Erkrankung an und ist für Betroffene deswegen die gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben länger als sechs Monate nicht möglich, so gelten sie nach dem Sozialgesetzbuch als behindert.

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Nach Todesfall von 84-Jähriger: Wie Pflegeeinrichtungen mit Demenzkranken umgehen

Nicht zu verhindern?

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Der tragische Todesfall einer an Demenz erkrankten 84-jährigen Frau ließ kaum jemanden kalt. Sie verließ am Montagnachmittag unbemerkt eine Tagespflege in Rinteln. Trotz einer großen Suchaktion wurde die Frau erst nach zwei Tagen in der Nähe des Friedhofs von Handwerkern gefunden – tot. Es handelt sich um keinen Einzelfall: Immer wieder muss die Polizei ausrücken, um an Demenz erkrankte Menschen zu suchen. Immer wieder wird dabei auch die Öffentlichkeit um Hilfe gebeten. Etwa im Fall des bis heute nicht wiedergefundenen Helmut W., der im Herbst 2016 aus einem Pflegeheim in Rinteln-Friedrichshöhe verschwand.

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