Mobilität

Keine Spur von Trucker-Romantik

Bundesweit fehlen etwa 45.000 Lkw-Fahrer, auch im Mühlenkreis gibt es große Nachwuchsprobleme. Die Branche 
hat ein schlechtes Image – dabei ist der Job viel mehr, als mit einem Sattelzug von A nach B zu fahren.

Mobilität
Andreas Linden macht sich jeden Morgen mit einem guten Gefühl auf den Weg zur Arbeit. Viele Außenstehende können das vermutlich nicht verstehen, denn der 43-jährige Bückeburger hat einen Job, den in Deutschland nicht mehr viele machen möchten: Er ist Berufskraftfahrer. „Mein Arbeitstag ist abwechslungsreich, ich weiß morgens nie, was mich erwartet. Außerdem bin ich viel unterwegs, habe Kontakt zu verschiedenen Menschen und zwischendurch immer wieder Zeit für mich“, zählt er die Vorzüge seiner Arbeit auf. Seit 1996 arbeitet Linden als Lkw-Fahrer, seit sieben Jahren ist er beim Logistikunternehmen Meyer-Jumbo in Porta Westfalica beschäftigt. „Ich bin echt zufrieden, hier kriegt man mich nicht mehr weg“, sagt er mit einer Überzeugung, dass man ihm diese Worte definitiv abnimmt.

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Teures Andenken

Ausländische Behörden verfolgen Verkehrssünder bis an ihren Heimatort. Daten liefert das Kraftfahrt-Bundesamt 
aufgrund einer EU-Richtlinie. Auch die heimische Bußgeldstelle nutzt den grenzüberschreitenden Austausch.

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Der Urlaub ist vorbei, da kommt noch ein kleiner Gruß aus dem Gastland ins Haus geflattert. „45 Euro Geldbuße für eine Geschwindigkeitsüberschreitung von elf Kilometern pro Stunde auf der Landstraße nach Hinundweg, abzüglich Toleranz von sechs Stundenkilometern.“

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Kauernd in die Kurve

Helmut Wichmann pflegt seine Leidenschaft für alte Motorräder. Und die führt
ihn jetzt zum Schottenring-Grand-Prix. Ganz wichtig dabei: Die Haltung muss stimmen.

Mobilität
Ja, es ist der Asphalt, der fasziniert, die Geschwindigkeit, Runde um Runde. Aber das alles wird für Helmut Wichmann noch viel reizvoller, wenn er Rennen auf seinen Oldtimer-Motorrädern fährt. Zum Beispiel auf jener 80er-Maschine, die als „Marke Eigenbau“ um 1987 für Rainer Czech gebaut wurde, dem letzten Sieger der Straßenmeisterschaft im Arbeiter- und Bauernstaat. Dann zeigt Helmut Wichmann Bilder, die die Maschine auf dem Sachsenring zeigen: vor 200.000 begeisterten Zuschauern. „Heute“, so sagt er, „gehört sie mir.“

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Rare Riesen mit viel PS

Wagen, die so viel kosten wie ein Einfamilienhaus

Mobilität
Über Geld möchte Theo Mühlenbein nicht sprechen. Ohnehin kann er nicht mehr nachvollziehen, welche Summe er in den blauen Bus der Marke Krupp steckte. Nur so viel verrät der 71-Jährige: „Davon könnte ich mir auch ein Einfamilienhaus kaufen.“ In drei Jahren hat der Briloner aus Schrott wieder ein Unikat geformt. Und Mühlenbein ist nur einer der stolzer Besitzer unter den 44 Oldtimern der Nutzfahrzeug Veteranen Gemeinschaft (NVG), die von Donnerstag bis Samstag in Reih und Glied auf Kanzlers Weide stehen.

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Weder vor noch zurück

Falsche Zeit, falscher Ort: Wer eine Panne mit dem Rollstuhl hat, braucht sofort Hilfe – möglichst von einem Profi. 
Eine gehbehinderte Seniorin macht mit der „24-Stunden-Servicehotline“ schlechte Erfahrungen.

Mobilität
Wer mit dem Auto liegen bleibt, kann sich rund um die Uhr an den ADAC wenden. Wer hingegen eine Panne mit einem Elektro-Rollstuhl hat, sollte sich nicht unbedingt auf professionelle Hilfe verlassen. Offenbar stehen die Pannendienste nicht in jedem Fall flächendeckend oder 24 Stunden zur Verfügung. Diese unangenehme Erfahrung musste am Wochenende eine gehbehinderte Frau (83) beim Einkaufen machen. Ihr Rollstuhl bewegte sich in der Nähe des Backshops plötzlich keinen Zentimeter mehr.

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Die Kontrolle zahlt der Kunde

Ab dem 1. Juli gilt die Lkw-Maut auch auf allen Bundesstraßen. Auch neue blaue Säulen überprüfen, ob Firmen 
ihrer Zahlungspflicht nachkommen. Unternehmer aus dem Mühlenkreis äußern Kritik am Vorgehen.

Mobilität
Was sind das für große blaue Säulen, die in diesen Tagen in Minden und der Region an vielen Straßenrändern errichtet werden? Diese Frage werden sich mehrere Autofahrer stellen. Handelt es sich dabei etwa um eine neue Art der Geschwindigkeitsmessung? Claudia Steen sorgt für Aufklärung: Es seien keine neuen, hochmodernen Starenkästen, die dort aufgestellt werden, sagt die Sprecherin der Firma Toll Collect aus Berlin auf MT-Anfrage. Kontrollieren statt blitzen laute die Devise: „Diese Säulen überprüfen ausschließlich, ob Unternehmen ihrer Mautpflicht nachkommen“, erklärt sie. Denn ab dem 1. Juli gilt die Lkw-Maut nicht mehr nur auf Autobahnen, sondern auch auf allen Bundesstraßen in Deutschland.

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Tod auf den Schienen - Gefangen im Führerstand

Bahnreisende verbinden mit dem Begriff „Personenschaden“ vor allem Verspätungen und langes Festsitzen im Zug.
Für Lokführer ist der Suizid eines Menschen viel mehr, denn sie sehen frühzeitig, was sie nicht mehr verhindern können.

Mobilität
Seinen ersten Menschen überfährt Rolf Brinkmann (Name von der Redaktion geändert) noch in der Ausbildung. Er ist mit einer Diesel–Lok der Baureihe V100 irgendwo bei Rheda oder Neubeckum unterwegs, ein erfahrener Lokführer überwacht seine Fahrt. So will es das Protokoll. Es ist irgendwann am späten Mittag, die Sicht klar. Kein besonders aufregender Tag bisher.

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Freie Fahrt im Morgengrauen

In Minden werden zehn Kreuzungsampeln zwischen zehn und sechs Uhr abgestellt. Der Grund dafür ist 
ein besserer Verkehrsfluss. Ein weiteres Argument verliert allerdings mehr und mehr an Bedeutung.

Mobilität
Es ist nur ein blinkendes Gelb, das einige Verkehrsknotenpunkte der Stadt erleuchtet. Monoton erfüllt das Warnsignal seinen Dienst in der Nacht. In Minden ist am Samstagmorgen um halb fünf Uhr leise genug, um das „Klick-Klack“ der Schaltungen hören zu können. Tagsüber ist in Minden für Autofahrer dagegen momentan kein Vorankommen. In der letzten Woche waren es noch 17 Baustellen, die den Verkehr behindert haben (das MT berichtete), am heutigen Montag sollen es – nach Planung der Stadt – noch zwölf sein. Es ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Bielefeld um den Titel der „Baustellenkönigin Ostwestfalens“.

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Aufklären, vernetzen, umsetzen

Frederik Wegener entwickelt als Klimaschutzmanager mit den Kommunen Projekte zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes.
 Der 35-Jährige sagt: „Auch jeder Bürger kann einen Beitrag dazu leisten.“ Zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit.

Mobilität
Benötigt eine Familie mit zwei Kindern wirklich zwei Autos? Diese Frage stellten sich Frederik Wegener und seine Frau, als sie beruflich noch in Freiburg tätig waren. Ihre Antwort: Nein. „Statt eines zweiten Autos haben wir ein Lastenfahrrad gekauft und damit alle innerstädtischen Fahrten erledigt“, sagt der 35-Jährige. Und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Wir waren mit dem Rad sehr viel unterwegs.“

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Blick unter Motorhauben

Zum Oldtimer-Treffen kamen sage und schreibe 298 VW und Audi.
Für ungewöhnliche Vehikel erhielten ihre Besitzer Pokale.

Mobilität
Zu einem wahren Volksfest mauserte sich die Neuauflage des Oldtimer-Treffens am Großen Weserbogen. Am Sonntag, 22. April, waren diesmal lediglich nostalgische VW- und Audi-Schätzchen unter dem Motto „VW und Audi-Klassik“ eingeladen, um verkehrstechnische Schwierigkeiten an den Zufahrtsstraßen zu vermeiden.

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Weniger Container auf dem Wasser

In einem Monat entscheidet das Bundesverwaltungsgericht über die Rechtmäßigkeit des Regioports.
 Der Bau schreitet unterdessen voran, während der Umschlag erneut zurückgeht.

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Der Mindener Regioport steht vor einer entscheidenden Phase. Während der Bau unvermindert voranschreitet, naht ein Termin vor dem Bundesverwaltungsgericht: Die Leipziger Richter müssen klären, ob der Bebauungsplan für das Großprojekt rechtmäßig ist, die mündliche Verhandlung ist für den 17. Mai vorgesehen.

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„Der Tunnel würde scheitern“

Wie steht es um den Bahnausbau Hannover-Minden? Der Mindener Verkehrsexperte
Lothar Ibrügger sieht keine Chance für eine Neu-Trasse.

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Noch vor Jahresfrist wurde der vierspurige Lückenschluss auf der Bahnstrecke zwischen Minden und Hannover heiß diskutiert. Nachdem sich die Große Koalition in Niedersachsen auf einen trassennahen Ausbau festgelegt und auch das Verkehrsministerium im CDU/FDP-regierten Düsseldorf nach zunächst verwirrenden Aussagen vom zuständigen Minister Hendrik Wüst dem Tunnel durch den Jakobsberg eine Absage erteilt hatte, geriet das Thema aus dem Blickfeld. Von der Bahn war bislang nichts zu erfahren, da ihr noch gar kein Planungsauftrag seitens des Bundesverkehrsministeriums vorliegt, und dessen Verantwortliche hüllen sich in Schweigen.

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Das Busfahren wird sauberer

Aber noch keine Abkehr vom Diesel: Hameln-Pyrmont beschafft bis zu 32 Hybrid-Fahrzeuge

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Vor dem Hintergrund der Debatte um Dieselabgase und drohende Fahrverbote rüsten Linienbusbetreiber bundesweit verstärkt auf sauberere Antriebe um. Auch Hameln-Pyrmont will in den nächsten vier Jahren bis zu 32 neue Busse beschaffen. Dabei wird – zumindest vorerst – am Diesel festgehalten, dennoch gibt es einen Fortschritt.

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Wo geht´s hier lang?

Nicht alle Navigationsgeräte kennen das Ausbauende der B65. Das macht die Stelle, an der Anfang der Woche 
ein Autofahrer starb, noch gefährlicher. Der ADAC warnt davor, sich zu sehr auf die Technik zu verlassen.

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Als Jörg-Uwe Brand von dem schrecklichen Unfall mit Todesfolge auf der B 65 liest, schießt ihm der Gedanke wieder in den Kopf: Das Navigationssystem in seinem Auto zeigt an der Unfallstelle an, dass die Straße weiter geradeaus führt – „und nicht, dass sie dort endet und nach links abgeleitet wird“, sagt der 59-jährige Mindener im MT-Gespräch.

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Bahn frei!?

Fahrgastverband fordert Optimierungen des Schienennetzes

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Niedersachsen ist eine wichtige Verkehrsdrehscheibe in Europa. Mehr als 18 000 Kilometer lang ist in diesem Bundesland das Streckennetz aus Autobahnen, Bundes-, Landes- und Kreisstraßen. Zudem gibt es 3400 Kilometer Eisenbahngleise. Nicht erst seit der wiederholten Einstellung des Bahnverkehrs als Folge von Stürmen regt sich Kritik am Bahnnetz in Norddeutschland. Wie ist es mit der Infrastruktur bestellt? Welche Zukunftsperspektiven hat der Bahnverkehr in Niedersachsen und im Weserbergland?

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„Es gibt zu viele alte Diesel“

Interview mit Dr.-Ing. Norbert Handke über E-Mobilität und autonomes Fahren

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Dieselgate, E-Mobilität, autonomes Fahren, der Urlaub auf Kreuzfahrschiffen boomt, doch die verpesten immer noch die Häfen, Autos als fahrende Computer und Datenschleudern? Fragen zu aktuellen Themen, die wir dem Rintelner Ingenieur und Mitglied bei ITS Automotive Nord, Dr.-Ing. Norbert Handke gestellt haben. Der kam nämlich vor Kurzem vom Europäischen ITS-Kongress aus Straßburg zurück.

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