Geschichte

Das Ende einer Leidenschaft

Über mehr als zehn Jahre hat Achim Zwiefka Ansichtskarten seiner Heimatstadt Minden gesammelt.
Jetzt sieht er sich gezwungen, seinen Schatz zu veräußern – unter Wert und mit Schmerz.

Geschichte
Der Wohnzimmerschrank, in dem Achim Zwiefka seinen Schatz liegen hatte, ist leer. „Am Wochenende wurde er ausgeräumt“, sagt der Ansichtskartensammler. Früher als erwartet kam der Interessent, der seine Sammlung erworben hat. Mehr als 2.000 Ansichtskarten nannte Achim Zwiefka sein Eigen, fein säuberlich einsortiert in mehr als 40 Ordnern, griffbereit im Schrank. „Etwa 1.300 Karten waren rein Minden“, sagt der Mann, dem die vermutlich größte Sammlung von alten und neuen Mindener Ansichten im DIN-A6-Format gehörte.

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Trachten-Ladies

Vor 50 Jahren besuchten junge Frauen in Minden die Pflegevorschule der
Diakonissenanstalt. Heute erinnern sie sich an strenge Regeln und viel Spaß.

Geschichte
„Wir haben viel fürs Leben gelernt, aber wir haben auch richtig Spaß gehabt.“ So lautet das Fazit dreier ehemaliger Schülerinnen des Jahrgangs 1968 der Evangelischen Pflegevorschule der Diakonissenanstalt Salem-Köslin in Minden. „Trachtenladies“ nennen sie sich inzwischen spaßeshalber, mussten sie während der Schulzeit doch Tracht tragen. Diese sollte natürlich die Knie bedecken. Die Diakonissen führten ein strenges Regiment. Aber steter Tropfen höhlt den Stein – und irgendwann durften die Rocksäume nach oben rutschen.

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Plötzlich ein Volksfeind

Vor 77 Jahren erklärt Josef Stalin die Russlanddeutschen zu Spionen. Diesen Erlass bekommen
auch Gerhard Braun und seine Familie zu spüren. Der Holzhauser erinnert an Repressionen und Zwangsarbeit.

Geschichte
Die vermeintlichen Leichen stöhnten jeden Morgen, als die Insassen die Sterbenden aus dem Lager bringen und auf einen Haufen werfen mussten. Mehr wollte der Vater von Gerhard Braun über die vierjährige Zeit in der Arbeitsarmee nicht erzählen. Ansonsten schwieg er nach seiner Rückkehr im Herbst 1946. Er teilte ein ähnliches Schicksal mit anderen Russlanddeutschen, die Josef Stalin am 
28. August 1941 in einem geheimen Beschluss zu Spionen erklärte. Sie mussten Zwangsarbeit leisten oder landeten in Gulags. Eine Million Deutschstämmige starben eines unnatürlichen Todes, schätzt der Historiker Samuel D. Sinner. „Warum spricht niemand darüber?“, fragt sich Gerhard Braun.

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Krank, einsam und voller Selbstzweifel

Vor 110 Jahren starb mit Hermann Braun einer der wichtigsten Künstler an der Porta Westfalica. Er wurde nur 46 Jahre alt. In Hausberge ist eine Straße nach ihm benannt.

Geschichte
Er war einer der bedeutendsten Maler, die die heimische Region hervorgebracht hat. Trotzdem ist die Erinnerung an den Hausberger Hermann Braun weitgehend verblasst. Er starb – einsam und von Selbstzweifeln gequält –-vor 110 Jahren in seinem Heimatort.

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Tod im letzten Kriegsjahr

Vor 100 Jahren starb der Musketier Karl Brandt. Er gehört zu einer Nammer Familie, deren Geschichte von beiden Weltkriegen geprägt wurde.

Geschichte
Vor hundert Jahren ging der Erste Weltkrieg allmählich zu Ende. Er kostete in Europa mindestens 15 Millionen Millionen Menschen das Leben, darunter waren zahlreiche zivile Opfer. Annähernd zwei Millionen deutsche Soldaten starben, etliche von ihnen fielen in den letzten Monaten des Krieges, der im November 1918 endete.

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Im Lager der Heimatlosen

Henryk Debski aus Sydney begibt sich mit Hermann Kleinebenne auf die
Spuren der eigenen Vergangenheit. Seine Eltern waren polnische Zwangsarbeiter.

Geschichte
Plötzlich waren die Erinnerungen da: die Bäume, als er laufen lernte, der lange Gang in der Baracke, die vielen Fenster dort, dann die Mutter, die ihn rief. „Dabei wollte ich doch nur spielen, mit wem auch immer“, sagt er.

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Verlobt, verkauft, verheiratet

Der Archäologe Dr. Ullrich Brand erzählt von den Schwierigkeiten, die Fürstenhochzeit historisch korrekt zu rekonstruieren

Geschichte
Heute wäre die Hochzeit ein Medienereignis ersten Ranges. Als am 1. Februar 1168 Heinrich der Löwe und die englische Prinzessin Mathilde im Dom zu Minden verheiratet wurden, war das ebenfalls ein wichtiges Ereignis, nur überliefert ist wenig. Die Agentur „Facing the Past“ aus Rheinland-Pfalz, bestehend aus dem Archäologen Dr. Ullrich Brand, dem Theologen Kristian Körver und dem Naturwissenschaftler Dr. Martin Klöffler, hat sich eine Szene zur Fürstenhochzeit ausgedacht, die Brand zusammen mit Angela Pfenninger, Ingo Glückler und Mindener Statisten um 20 Uhr aufführen wird. Im Telefon-Interview erzählt er von den Schwierigkeiten, die historischen Tatsachen mit Leben zu füllen.

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Sklavinnen der Rüstungsindustrie

Wanderer mit guter Kondition besteigen den Jakobsberg in einem Rutsch, andere müssen Pausen machen. Früher nahmen diesen Weg ausgezehrte Frauen aus einem Hausberger KZ.

Geschichte
Steil geht es bergauf – und das bei tropischen Temperaturen. Holger Hansing, Natur- und Landschaftsführer aus Porta Westfalica, kennt den Weg. Er führt zu einem Ort des Grauens. Anfang 1945 gehen jüdische Frauen aus dem Konzentrationslager am Hausberger Frettholzweg diesen Weg, gequält von ständigem Hunger, drangsaliert von brutalen Wärterinnen mit Peitschen, zitternd vor Kälte. Auf einem Bild der ungarischen Künstlerin Agnes Lukács, mit 24 Jahren ebenfalls KZ-Insassin in Porta, tragen die Sklavinnen der Rüstungsindustrie Lumpen an den Füßen.

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Paulus’ letzter General stammte aus Hausberge

Helmuth Schlömer wurde vor 125 Jahren an der Porta Westfalica geboren. Als Generalleutnant geriet er 
in Stalingrad in Gefangenschaft. Der Ritterkreuzträger riet schon früh zur Kapitulation, um Menschenleben zu retten.

Geschichte
Heute (30. Mai 2018) vor 125 Jahren wurde Paulus’ letzter General in Hausberge geboren. Helmuth Schlömer erblickte am 30. Mai 1893 als Sohn des aus Petershagen stammenden Kreisrentmeisters Hans Schlömer an der Porta Westfalica das Licht der Welt. Im Zweiten Weltkrieg stieg der Berufssoldat bis zum vierthöchsten Generalsrang auf, erhielt das Ritterkreuz mit Eichenlaub und kommandierte im Kessel von Stalingrad zuletzt das XIV. Panzerkorps. Am 18. August 1995 starb er im Alter von 102 Jahren in Hausberge, nachdem er seit seiner Freilassung aus der Kriegsgefangenschaft mit seiner Familie in Minden gelebt hatte. Helmuth Schlömer verbrachte lediglich die Kindheit und frühe Jugend in Minden. Durch die Versetzung seines Vater machte er in Graudenz Abitur. „Auf einer Kirmes ging er zu einer Wahrsagerin“, erzählt seine Tochter Dagmar Blome-Schlömer eine Anekdote aus dem Leben ihres Vaters. Die Frau habe ihm prophezeit, dass er in jungen Jahren hoch aufsteigen, zehn Jahre in einer kalten Umgebung leben und 103 Jahre alt werden würde.

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Wilhelm von Humboldt: Beginn einer besonderen Brieffreundschaft

Wilhelm von Humboldt trifft in Pyrmont eine junge Frau und philosophiert mit ihr über das Leben

Geschichte
Wilhelm von Humboldt (1767-1835) hat als Philosoph, Schriftsteller, Sprachforscher und preußischer Staatsmann die Epoche der Aufklärung in Deutschland entscheidend geprägt. Zu seinen herausragenden Leistungen zählen die Gründung der Berliner Universität und die Einrichtung neuhumanistischer Gymnasien in Preußen. Aber auch das Kurleben in Bad Pyrmont stieß auf sein Interesse – und der Besuch des mondänen Ortes brachte ihm eine lebenslange innige Beziehung zu einer Frau, die er nie wieder traf.

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Ein Beil aus der Jungsteinzeit

Norbert Otto fand den steinernen Zeitzeugen beim Kartoffelpflanzen im Hausgarten.
Ein Experte aus Bielefeld ordnet das seltene Stück der Michelsberger Kultur zu.

Geschichte
Das Kartoffelpflanzen im Jahr 2018 im eigenen Hausgarten an der Straße Bredenbeeke im Neuenknicker Ortsteil Quinheide wird Norbert Otto wohl niemals vergessen. Bei seiner Arbeit kam ein ungewöhnlicher Fund ans Tageslicht. Dabei handelt es sich um ein Steinbeil, das dem Zeitraum von 3800 bis 2800 vor Christi Geburt zuzuordnen ist.

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Der Wind der Veränderung

Seit dem vergangenen Jahr wurde die Windmühle Meißen umfangreich restauriert. Zur Jubiläumsfeier am Pfingstmontag präsentiert sie sich in neuem Glanz.

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Minden-Meißen (mt). Sie ist die Nummer eins der Westfälischen Mühlenstraße: die Windmühle an der Meißener Dorfstraße. Und für viele Meißener ist sie sowieso der Lieblingsplatz ihrer Ortschaft. Die Freude wird entsprechend groß sein, wenn sich die Flügel des Kulturdenkmals am Deutschen Mühlentag nach langer Auszeit am Pfingstmontag wieder drehen.

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"Ritchie Boy" ist wieder da

Der Literaturprofessor Guy Stern berichtet über seine Jugendjahre in Hildesheim und
Vlotho und über die dramatischen Veränderungen, die mit den Nazis kamen.

Geschichte
Immer wieder zieht es Guy Stern nach Deutschland. Und immer wieder nach Petershagen. Hier stellte er zuletzt sein Buch „Chance Encounters“ vor, in dem der ehemalige „Ritchie Boy“ und spätere Literaturprofessor aus seinem bewegenden Leben berichtet. Jetzt kommt der nun 96-Jährige wieder, spricht auf Einladung des Mindener Kreises in der Alten Synagoge. Sein Thema dort: die Mitgliedschaft in der jüdischen Jugend „Schwarzes Fähnlein“, seine Verwandtschaft in Vlotho, das eigene Schicksal und das seiner Familie. Der Vortrag mit anschließendem Gespräch findet statt am Donnerstag, 31. Mai, um 19.30 Uhr.

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Abstand vom Göbel-Kult?

Zu seinem 200. Geburtstag: Wie seine Heimatstadt Springe versucht, mit dem Erbe von „Erfinder“ Heinrich Göbel umzugehen

Geschichte
Ist er nun ein Erfinder und ein Held? Ein Betrüger? Oder nur ein Puzzleteil im großen Stromkrieg des 19. Jahrhunderts? Zu seinem 200. Geburtstag am 20. Apri 2018l ringt seine Heimatstadt Springe immer noch mit dem symbolischen Erbe von Heinrich Göbel. Nun soll er erst mal beides bekommen – einen Festakt und danach neue Plaketten an Denkmälern und Gebäuden.

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Altbauten haben eine Zukunft

In die Videbullenstraße ziehen Bewohner ein, die sich um die Zukunft ihres Quartiers Gedanken machen. Dank qualifizierter Handwerkstechnik verwandeln sich dort historische Gebäude in lebenswerten Wohnraum.

Geschichte
Alte Häuser haben eine Zukunft. Bauherren, Sanierungsexperten und langjährige Bewohner sorgen dafür, dass die Substanz erhalten bleibt. Jetzt erst wieder haben Eigentümer von zwei Fachwerkhäusern bei einem Tag der offenen Tür gezeigt, was sich aus Gebäuden mit einer Geschichte von mehreren Hundert Jahren machen lässt. Keine Einzelfälle: Vor einigen Jahren schon kaufte ein weiteres Ehepaar aus der Videbullenstraße eine leer stehende Nachbarimmobilie, damit sie nicht als Spekulationsobjekt verkommt. Auch dort soll sich das Quartier durch nachhaltiges Wohnen weiter entwickeln und seinen Charme bewahren.

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„Hier leben die Toten“

KZ-Häftlinge im „Kaiserhof“ waren nicht nur Hunger, mörderischer Zwangsarbeit
und SS-Terror ausgesetzt. Sie litten auch unter den „Kapos“. Der schlimmste hieß Georg Knögl.

Geschichte
Zum KZ Hamburg-Neuengamme gehörten mehr als 85 Außenlager. Husum-Schwesig in Nordfriesland und Barkhausen, wo im Festsaal des Hotels „Kaiserhof“ von März 1944 an bis zu 1500 Häftlinge gleichzeitig untergebracht waren, galten als die schlimmsten. Allein unter den dänischen Insassen lag die Sterberate bei 38 Prozent.

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Zeitgeschichte aus Kartons

Hansjörg Ulf Schneider bereitet alte Fotoschätze professionell auf

Geschichte
Jahrzehntelang verstaubten 35 Kartons, voll mit Fotonegativen, bei verschiedenen Besitzern. In Form von dünnen Glasscheiben hatte ein Gießener Fotograf Aufnahmen von 1910 bis 1940 aufbewahrt, war wenige Jahre später verstorben. Seinem fotografischen Nachlass wurde keine allzu große Beachtung geschenkt. Bis Hansjörg Ulf Schneider sich ihrer annahm, sie professionell aufbereitete und Erstaunliches entdeckte.

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Die „Neustadt Pyrmont“ und das „Hotel zur Krone“ an der Brunnenstraße

Ein Blick zurück – mit Wehmut

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Im Jahr 2020 hat die Stadt Bad Pyrmont Gelegenheit, ein besonderes Jubiläum zu feiern. 300 Jahre zuvor, exakt am 1. Mai des Jahres 1720, erhebt Fürst Friedrich Anton Ulrich von Waldeck-Pyrmont bei Gründung der Neustadt Pyrmont die sogenannte Akzise-Steuer. Einen Grund zum Feiern hätte dann auch das „Hotel zur Krone“ als eine der ersten Herbergen in der Kurstadt – doch dazu wird es voraussichtlich nicht kommen. Ein Blick in die Geschichte.

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Kraftrad aus Mindens Mauern

In den 1920er-Jahren wurden in der Simeonstraße Motorräder gebaut. Die „Denia“ ging nie in Großserie 
und blieb eine Rarität. Der „Baumi“-Motor brachte auch andere Modelle in Fahrt.

Geschichte
Bei alten Motorrädern schlagen viele Männerherzen höher. Besonders die 1903 in Milwaukee gegründete Firma Harley Davidson konstruierte etliche Klassiker. Aber wer ahnt schon, dass um dieselbe Zeit vor dem Ersten Weltkrieg auch in Minden Motorräder entworfen und konstruiert wurden. Eine kleine, wenn auch kurze Blüte gab es nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg auch an der Weser.

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Wie Gutenberg den Buchdruck erfand

Meister der schwarzen Kunst

Geschichte
Als bei einer Umfrage unter Wissenschaftlern der bedeutendste Erfinder des zweiten Jahrtausends gesucht wurde, landete ein Mann auf Platz eins, der bereits im 15. Jahrhundert gelebt hat und mit seiner Erfindung für eine wahre Revolution in der Bildung sorgte. Der Mann, der noch vor Christopher Kolumbus lebte, der Leonardo da Vinci in den Schatten stellte und für bedeutender gehalten wird als alle anderen großen technischen Erfinder nach ihm, ist der Mainzer Johannes Gensfleisch zum Gutenberg, kurz Johannes Gutenberg genannt. Ihm verdanken wir die Kunst des Buchdrucks mit beweglichen Lettern.

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Warum Zeitungen für die Revolution so wichtig waren

Auf den Barrikaden

Geschichte
Die hungernde Landbevölkerung will nicht länger Scheunen und Kassen der Feudalherren füllen. Viele Stadtbewohner sind unter die Räder der Industrialisierung gekommen und suchen verzweifelt einen Weg aus dem Elend. Wie soll, wie muss es weitergehen in Deutschland? 1848 wird zum Schicksalsjahr der Deutschen und der Europäer.

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Zeitreise in die Erdgeschichte

Die Mineralien- und Fossilienbörse ist mehr als eine Ansammlung edler Steine. 
In Hausberge hat sie nach 21 Jahren eine neue Heimat gefunden. Hier können Steine sprechen.

Geschichte
Nach dem Umzug ins Bürgerhaus in Hausberge, der ein Jahr zurückliegt, richtet sich die Mineralien- und Fossilienbörse häuslich ein. Zum zweiten Mal steigt dort am Sonntag, 18. März, von 10 bis 17 Uhr jene Veranstaltung, die zuvor 21 Jahre lang im Museum des Kleinenbremer Besucher-Bergwerks beheimatet war. Erwartet werden 18 Aussteller. „Damit sind wir ausgebucht“, meldet Herbert Wiese, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Bürgerhaus Porta Westfalica, der die Börse übernommen hat.

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Als die Grafschaft geteilt wurde

Teil 1: Mit dem „Pyrmontischen Hauptvergleich“ endete ein Jahrhunderte währender Streit

Geschichte
Bad Pyrmont feiert 2018 „350 Jahre Hauptallee“. Die Hauptallee ist aber nur ein Teil des Jubiläums, denn um 1668 entstand durch den Grafen und späteren Fürst Georg Friedrich zu Waldeck und Pyrmont die Infrastruktur des Kurortes Pyrmont, wie sie noch heute im Kurzentrum erkennbar ist. Teil 1 der Geschichte des Kurortes.

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Unbequemes und teures Erbe: Wie umgehen mit der NS-Vergangenheit?

Umstrittener Bückeberg

Geschichte
Während im niedersächsischen Emmerthal um den geplanten Lern- und Dokumentationsort Bückeberg gestritten wird, gehen andere Kommunen offensiver mit ihrer NS-Geschichte um. Berlin, Nürnberg, Prora oder Obersalzberg - ein Überblick. Zum Beispiel wird in Bayern das Dokumentationszentrum für über 20 Millionen Euro erweitert – aus Verantwortung gegenüber folgenden Generationen, wie es heißt.

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Was Hameln mit den Herero verbindet

Kolonialdenkmal erinnert an heimische Soldaten, die Aufstände in Südwestafrika und China niederschlugen

Geschichte
Deutschland tut sich bis heute schwer mit seiner Kolonialgeschichte. Seit Jahrzehnten kämpfen Herero und Nama aus Namibia um Entschädigung durch die Bundesrepublik für den Völkermord, den das deutsche Kaiserreich vor über 100 Jahren verübt hat. Nun haben sie vor einem Gericht in New York eine Klage gegen die Bundesrepublik eingereicht. Was das mit Hameln zu tun hat? Auch Hamelner waren ab 1904 als Soldaten an der Niederschlagung des Aufstands von Herero und Nama in der einstigen Kolonie Deutsch-Südwestafrika beteiligt.

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Wieso Bückeburg ein Zentrum der rechtsextremen SRP war

Vor 66 Jahren verboten: Rechtsextreme Sozialistische Reichspartei wurde in Coppenbrügge gegründet und saß in Bückeburg

Geschichte
Sie forderte die „Lösung der Judenfrage“, „Anspruch auf die Gesamtheit des Reichsraumes“ und unterhielt eine paramilitärische Ordnertruppe: Die Rede ist nicht von der NSDAP, sondern von der „Sozialistischen Reichspartei“ (SRP), die vor 66 Jahren als erste Partei in Deutschland verboten wurde. Kurz zuvor feierte sie allerdings in Niedersachsen einen schockierenden Wahlerfolg: 11 Prozent wählten die offen neonazistische Partei. Wenig bekannt: Die Parteileitung der SRP saß ab 1950 mitten in Bückeburg. Der ehemalige Bückeburger Generalleutnant Joachim von Tresckow versuchte, ihren Aufstieg zu verhindern. Die SZ/LZ hat erstmals die Geschichte der SRP im Schaumburger Land zusammengetragen.

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Wer ist die Schönste?

Homers „Ilias“: Wie eine simple Frage zum Trojanischen Krieg führte

Geschichte
Es sind manchmal die kleinen, eher banalen Anlässe, die sich zu großen Tragödien auswachsen. Auch Homers „Ilias“, 800 vor Christi entstanden, beginnt bescheiden, fast bieder. Tea-Time auf dem Olymp, dem Sitz der Götter, auch wenn es statt Tee vermutlich Nektar gab. Es waren drei bedeutende Göttinnen, die sich hier trafen, um ein bisschen miteinander zu klönen. Götter-Tratsch.

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Der Nobiskrug: Wie ein Wirtshaus zum Wartesaal des Jenseits wurde

„Wir sehen uns im Nobiskrug!“

Geschichte
Seit vielen Jahrhunderten gibt es in Deutschland eine Handvoll Wirtshäuser, die alle den Namen Nobiskrug tragen. Kaum einem ihrer heutigen Gäste dürfte der Ursprung dieses rätselhaften Namens bekannt sein. Und auch nicht das einst üble Image der Nobiskrüge. Nach dem Volksglauben früherer Zeiten betritt man nämlich im Nobiskrug einen Wartesaal zu Himmel und Hölle. Mit dem Teufel als Wirt.

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Der Sommer der Liebe

16. bis 18 Juni 1967: Das erste Pop-Festival der Welt findet in Monterey statt

Geschichte
Der 24-Jährige aus Seattle kann nicht nur famos Gitarre spielen, er ist auch ein Showmann der Extraklasse. Er steht auf der Bühne und spielt seine Fender Stratocaster einhändig, hinter dem Rücken und mit den Zähnen, arbeitet mit Rückkoppelungen, spielt Melodie und Rhythmus gleichzeitig und fällt zudem mit seinen erotischen Andeutungen auf. Beim letzten Song zündet er seine Gitarre an, schmettert sie siebenmal auf den Boden und wirft die Überreste ins Publikum. Es ist das Monterey Pop Festival, es ist der Moment, in dem Jimi Hendrix die USA erobert. Und auch eine knallharte, fluchende, saufende, vögelnde und Heroin drückende Sängerin schafft hier ihren ganz großen Durchbruch, doch später mehr zu Janis Joplin.

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6000 Jahre altes Steinbeil aus Dörpe liegt nun im Saupark Springe

In der Schublade verschwunden

Geschichte
Zwei Jahre ist es nun her, dass der Förster Heiko Brede aus Dörpe bei einem Spaziergang mit seinem Hund durch den Osterwald einen Stein entdeckte, der ihn irgendwie faszinierte. Wie sich zeigte, handelt es sich um ein Werkzeug aus der Jungsteinzeit, ein rund 6000 Jahre altes Steinbeil. Was ist aus ihm geworden?

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Eine Frage der Ehre

1902 duellierte sich der Landrat von Springe mit seinem Nebenbuhler im Saupark Springe

Geschichte
Mit Pistolen bewaffnet standen sich Adolph von Bennigsen und Oswald Falkenhagen am 16. Januar 1902 im Saupark von Springe gegenüber. Der Grund für das Duell: Wie so oft eine Frau. Der gehörnte Ehemann von Bennigsen verlangte Genugtuung vom Liebhaber seiner Gattin, und die konnte er nach damaliger Ehrvorstellung nur mit Gewalt erlangen.

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Wunder über Wunder

Worüber wir uns nicht sonderlich wundern sollten

Geschichte
Der Menschen Glaube an Wunder ist für Jean Paul „das große unzerstörbare Wunder“. Wen wundert’s. Schon im „Faust“ heißt es, „Das Wunder ist des Glaubens liebstes Kind“. Also strotzt es vor allem in der Bibel nur so von Wundern. Nicht nur in der Bibel – ganz generell und allemal im Glauben aller Völker. Ohne Wunder ist glaubensmäßig sozusagen „tote Hose“. Gelten sie doch als Offenbarung göttlicher Macht. Wer sonst, außer die Gottheit, könnte Naturgesetze ungestraft außer Kraft setzen – und gerade damit seine Göttlichkeit demonstrieren. (Redaktioneller Hinweis: Dieser Text enthält Angabe zu Wunder in der Bibel, Wunder in Goethes Faust, Wunder bei den Römern und im Christentum).

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Sprechen hat er nie gelernt

Der „Wilde Peter von Hameln“ litt wahrscheinlich am Pitt-Hopkins-Syndrom – einem Gendefekt

Geschichte
Der „Wilde Mann“ als Symbol des Harzes, aus dem das Silber für die Braunschweig-Lüneburgischen Gepräge stammte, war ein Berggeist, dargestellt als riesenhafte Gestalt mit einem ausgerissenen Baum in der Hand. Bekleidet war er lediglich mit einem Lendenschurz aus Blättern. Sein Abbild war neben dem Springenden Pferd lange Zeit Hauptmotiv auf Silbermünzen der welfischen Herzöge und Kurfürsten von Braunschweig-Lüneburg-Hannover und der Herzöge von Braunschweig-Wolfenbüttel. Erstmals erschien ein (...)

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Erinnerungen an das Kriegsende auf dem Fischerhof

Magdalena von Weyhe (86) ist Zeitzeugin

Geschichte
Bombenbeschuss, Kriegsgefangene, Vergewaltigungsversuche, Saufgelage, wildes Feuer und Schlachten von Tieren … Es ist schwer, sich vorzustellen, was sich um 1945 auf dem heute so idyllisch anmutenden Fischerhof zugetragen hat. Magdalena von Weyhe (86) hat damals wie heute auf dem Gehöft in der Nordstadt gewohnt und all das miterlebt. Anlässlich des sich zum 72. Mal jährenden Kriegsendes hat sie ihre Erinnerungen an diese Zeit geteilt.

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Der Prügelknabe

Vor hundert Jahren: Der russische Wanderprediger Rasputin stirbt bei einem Attentat

Geschichte
Dass er Einfluss auf den Zaren haben würde, wird ihm nicht in die Wiege gelegt, denn in seinem sibirischen Dorf gilt Rasputin als Tunichtgut. Er stiehlt, er trinkt und wird mehrfach angezeigt. Irgendwann wendet er sich dem Glauben zu, wandert von Kloster zu Kloster. 15 Jahre lang. Er will Näheres zu Religionen lernen, er ist auf der Suche nach Erleuchtung und Wahrheit.

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Der Blaubart von Paris

Geschichte
Vor dem Gerichtsgebäude von Versailles herrschen tumultartige Zustände. Ganz Paris scheint an jenem 21. November 1921 angereist zu sein, um die Eröffnung eines der spektakulärsten Mordprozesse der französischen Justizgeschichte mitzuerleben. Einfache Bürger und feine Leute, Schriftsteller und berühmte Schauspieler feilschen zu Schwarzmarktpreisen um eine Eintrittskarte. Angeklagt ist Henri-Desiré Landru. Er sitzt reglos auf der Anklagebank, bewacht von drei Gendarmen. Und alle im Publikum sind (...)

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Fünf Schläge für eine Enthauptung

Vor 180 Jahren endete die Geschichte von Johann Seidenfaden

Geschichte
Man darf es sich vorstellen wie eine Kirmes: Aus allen Orten kommen die Schaulustigen, um die letzten Minuten eines Mannes zu sehen, der gleich sein Haupt auf einen Klotz legen wird, um hingerichtet zu werden. Und das ist nicht irgendein Verbrecher, der hier in Rinteln seiner „irdischen Gerechtigkeit“ zugeführt werden soll, nein, es ist Johann Heinrich Seidenfaden. Doch die Hinrichtung geht schief, schrecklich schief. Fünfmal muss der Scharfrichter das Beil heben, ehe der Kopf des Schurken von seinem Körper getrennt ist, die Menge ist empört, es ist ein Strafvollzugsskandal der besonderen Art.

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Arm in Arm mit dem Tod ins Grab

Totentanzriten des Mittelalters – zwischen Lebenslust und der allgegenwärtigen Angst, zu sterben

Geschichte
ebenslust und Todesangst – diese beiden lagen früher eng beieinander, denn der Tod war allgegenwärtig. Auf besonders faszinierende Weise drückt sich dieses Gefühl in den sogenannten Totentänzen des Mittelalters aus, die einst auf Außenmauern von Friedhöfen und Kirchen gemalt waren. Wann genau der Tod in der Kunst anfing, sich auf diese Weise auszudrücken, ist nicht mehr feststellbar. Das Motiv könnte dem alten Volksglauben, nachts würden die Seelen der Toten auf den Friedhöfen tanzen, (...)

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