Gesellschaft

Zwei Fluchten

Mindener Tageblatt
Datum: 31.07.2018
Autor: Monika Jäger

10.097 Zeichen
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1637 Wörter

Margarethe Fabry ist sechs Jahre alt, als die Russen das erste Mal in ihr Heimatdorf Richnow in Pommern kommen und alles zerschlagen. Nur wenige Wochen später wird sie sich mit dem großen Treck der Vertriebenen nach Westen aufmachen, immer im Wettlauf mit der vorrückenden Armee. Es ist 1945 und der kälteste Winter seit Langem. Hussein Jelodar wird jäh aus dem Schlaf gerissen. Unbekannte zerren den 22-Jährigen aus seinem Bett in Ahwaz, Iran: Schreie, Schläge, Angst. Sie setzen ihn in ein Auto – wohin, warum, er weiß es nicht. Viele bange Kilometer weiter stoßen sie ihn aus dem fahrenden Wagen. „Da war mir klar: Wenn ich bleibe, töten sie mich.“ Es ist 2015, das Jahr, in dem sich Tausende auf den Weg in die Freiheit machen.
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